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Photovoltaik-Anlage

 

Ein Atomkraftwerk liefert Sonnenstrom und gilt nun als Symbol für eine erneuerbare Energiezukunft

 
Das Atomkraftwerk Zwentendorf produziert 32 Jahre nach der Volksabstimmung nun doch Strom für Österreichs Haushalte. Proteste von Gegnern der Kernenergie blieben diesmal jedoch aus, denn die geplante Photovoltaikanlage wird zu 100% nachhaltige, umweltfreundliche Energie liefern.
Statt mit Atomkraft wird durch die Kraft der Sonne nachhaltiger Strom mit einer maximalen Leistung von 180 kWPeak in Zwentendorf produziert – die Solaranlage ist damit eine der größten Anlagen dieser Art in Österreich.
Seit Juni 2009 wird in Zwentendorf Ökostrom ins Netz der EVN eingespeist.
 
Ein Jahr Photovoltaik-Forschungszentrum Zwentendorf
 
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und EVN Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer nahmen im Juni 2009 die Photovoltaikanlage am Atomkraftwerk Zwentendorf in Betrieb.
„Das ist ein symbolträchtiger Schritt für den Klimaschutz in Niederösterreich", so Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. In einem ersten Schritt wurden 300 Photovoltaikpaneele an der Fassade und am Dach des Reaktorgebäudes angebracht, in einem zweiten Schritt 700 Photovoltaikelemente am Freigelände. Auf diesem Wege produziert das Atomkraftwerk Zwentendorf nun über 30 Jahre nach der Volksabstimmung doch Strom für Niederösterreichs Haushalte. Die Anlage wird 180.000 kWh Sonnenstrom pro Jahr erzeugen, 1,2 Millionen Euro wurden investiert.

Als symbolträchtig für den energiepolitischen Weg Niederösterreichs bezeichnete es Landeshauptmann Pröll, hier am Standort Zwentendorf „anstelle von Atomkraft Solarenergie" zu nutzen. Dadurch bestätige sich auch die Vorreiterrolle Niederösterreichs im Zusammenhang mit der nachhaltigen Nutzung erneuerbarer Energien, verwies der Landeshauptmann beispielsweise auch auf die 345 Windkraftanlagen im Land. Weiters seien in den letzten Jahren rund 1.200 Photovoltaikanlagen in Niederösterreich gefördert worden.

„Derzeit kommen 25 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Niederösterreich aus erneuerbaren Energiequellen. Unser Ziel ist es, diesen Anteil bis zum Jahr 2020 auf 50 Prozent zu steigern", so Pröll, der weiters meinte: „Und ich bin sehr optimistisch, dass es möglich sein wird, diese Latte zu überspringen." Auch würden die entsprechenden Fördermaßnahmen, etwa im Rahmen der Konjunkturpakete des Landes, „auf breitester Ebene" in Anspruch genommen.

EVN Generaldirektor Hofer: „Wir sehen diese Photovoltaikanlage am historischen Standort des AKW Zwentendorf als Symbol für eine erneuerbare und umweltfreundliche Energiezukunft“
 
Das AKW als idealer Standort
Zwentendorf eignet sich hervorragend für dieses Projekt: Das Gelände des Atomkraftwerkes ist
nach wie vor ein zugelassener Kraftwerksstandort, daher mussten keine aufwändigen Bewilligungen mehr eingeholt werden. Auch die bereits vorhandene Infrastruktur ist von Vorteil, denn in Zwentendorf sind bereits wichtige Anlagenteile vorhanden, um Energie ins Stromnetz einzuspeisen. Auch wenn viele das Gegenteil annehmen, befinden sich die Stromverteilanlagen und Leitungen noch immer in einem einwandfreien Zustand. Die letzten drei Jahrzehnte wurde die gesamte Anlage sorgfältig konserviert, die Stromleitungen wurden jährlich auf Funktionstüchtigkeit überprüft.
 
Neue Technologien im Einsatz
Zahlreiche technische Prinzipien, die die PV-Industrie derzeit bietet, werden an diesem Standort genutzt- von einer Aufdachanlage, über eine Fassadenanlage, bis hin zu einem Freiflächen-Solarpark. Auf der benachbarten Freiflächenanlage gibt es neben fix aufgeständerten Solargeneratoren, auch der Sonne nachgeführte Solarsysteme.
Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Reaktorgebäudes besitzt eine Ausbauleistung von10 kWPeak auf der Süd-Ost-Fassade ca. 20 kWPeak. Der Hauptteil der Solaranlage ist auf der westlichen Freifläche und weist eine Gesamtleistung von 150 kWPeak vor. Eine Fläche von 100 mal 75 Meter – ungefähr die Fläche eines Fußballfeldes – wurde mit fix aufgeständerten Solarpaneelen bebaut. Dahinter befinden sich noch zwei Nachführsysteme (Mover) zu je 7kWPeak, die die Modulfläche stets nach dem Stand der Sonne ausrichten. Das bringt eine zusätzliche Stromausbeute von bis zu 25 % gegenüber fix montierten Anlagen.